SMASH: Eine Malzsorte, eine Hopfensorte.
Bisher habe ich meist nach Rezept gebraut oder mit mehreren Zutaten experimentiert. Diesmal war es anders: Eine Malzsorte, eine Hopfensorte. Warum? Weil ich wissen wollte, wie stark sich Malz, Hopfen und Hefe einzeln auf den Geschmack auswirken. Und weil SMASH-Biere einfach eine coole Herausforderung sind.
Malz: Pilsner Malz
Ich habe mich für Pilsner Malz entschieden, das die klassische Grundlage für helle Biere ist. Das Malz ist extrem hell (nur 3-5 EBC) und hoch enzymatisch, was es zur perfekten Basis für fast alle Bierstile macht. Es bringt kaum eigene Farbe oder dominanten Malzkörper ins Spiel, sondern lässt den Hopfen glänzen.
Hopfen: Tango
Als Hopfen habe ich Tango gewählt. Warum? Weil der als Dual-Purpose-Hopfen ein echtes Multitalent ist. Es gibt beim Hopfen ja klassischerweise zwei Arten:
- Bitterhopfen: Hat einen hohen Alphasäuregehalt (meist über 10 %) und sorgt für die Grundbittere im Bier.
- Aromahopfen: Hat weniger Alphasäure, aber mehr ätherische Öle, welche dem Bier die fruchtigen, blumigen oder würzigen Noten geben.
Dual-Purpose-Hopfen wie Tango können beides: Sie bringen eine milde Bittere und ein breites Aromaspektrum mit. Tango schmeckt fruchtig (Maracuja, Zitrus, Beeren), etwas würzig und sogar ein bisschen harzig. Ich habe 1/4 zum Bittern und 3/4 kurz vor Kochende als Aromagabe reingehauen.
Hefe: W34/70 - die saubere Untergärerin
Als Hefe kam die W34/70 aus Weihenstephan zum Einsatz. Die ist untergärig, super clean und sedimentiert gut. Damit ist sie perfekt für viele Stile der Lagerbiere. Der Vollständigkeit halber: Es gibt nicht nur untergärige Hefen (wie die W34/70), sondern auch obergärige und sogar besondere Sorten wie Kveik. Die machen dann ganz andere Aromen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Ergebnis: Hopfen dominiert - und das ist gut so
Das Ergebnis ist ein Bier, das klar vom Hopfen geprägt ist. Kein Wunder, schließlich war Tango die einzige Aromakomponente. Ich finde das Bier ein bisschen flach, was zeigt, warum die meisten Biere mit mehreren Malz- und Hopfensorten gebraut werden. Ich möchte noch ein Vergleichsbier mit Maris Otter brauen. Maris Otter ist ein britisches Malz, das nussiger und biscuitartiger sein soll. Mal sehen, wie sehr das den Charakter verändert.
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